Praktikumsbericht von Rabea Lippert

Mein Name ist Rabea Lippert und ich gehe in die 13. Klasse der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule in Braunschweig. Im vergangenen Frühjahr fand in meinem Politik-Leistungskurs eine Podiumsdiskussion statt, welche auch der Landtagsabgeordnete der SPD, Klaus-Peter Bachmann, besuchte. Im Hinblick auf die bevorstehende Landtagswahl sollten wir Schüler die Möglichkeit bekommen, den Politikern Fragen zu stellen und deren Auffassungen zu bewerten. Über meinen Lehrer habe ich später erfahren, dass Klaus-Peter Bachmann Schülern anbietet, ihn bei seiner Arbeit zu begleiten.

Da ich mich schon seit geraumer Zeit sehr für das politische Geschehen interessiere, war meine Neugierde dafür gleich geweckt. Zwei drei E-Mails, ein Gespräch und schon stand fest, dass meinem Praktikum nichts mehr im Wege stand. In der ersten Woche der Herbstferien sollte es losgehen.

Es war eine tolle Erfahrung, bei der ich viel gelernt habe und bei der auch viele meiner Vorurteile revidiert wurden. Ich konnte Klaus-Peter Bachmann bei allen Aufgaben begleiten und ihm über die Schulter schauen.

Am Montag ging es gleich hoch her, wir waren in Hannover im Landtag und haben an den Arbeitskreisen „Inneres und Sport“ und dem Arbeitskreis „Integration“ teilgenommen. Dabei ist mir bewusst geworden, dass es keine leeren Inhalte sind, über die gesprochen wird, sondern ernsthafte Probleme, deren ideale Lösung nicht gleich auf der Hand liegt und zu der es viele Überlegungen und Gespräche mit den Betroffenen bedarf.

Der Dialog ist überhaupt mit das Wichtigste bei der Arbeit eines Landtagsabgeordneten, wie sonst kann er erfahren, welche Anliegen die Menschen seines Wahlkreis bewegen oder die Polizei, Feuerwehr oder Sanitäter, die er ebenfalls betreut. In der Woche fanden viele dieser Dialoge statt, mit der Gewerkschaft der Polizei, mit den Vorsitzenden der Ortsvereine, den Ortsvereinen selber oder im Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten im Vorstand der AWO oder sei es einfach beim SPD-Stammtisch. Diese Nähe ist unheimlich wichtig, denn nur durch gute Zusammenarbeit, kann der Landtagsabgeordnete wirklich diese Interessen auch wirksam in seine Arbeit einbinden und Lösungswege finden, das ist schließlich auch seine Aufgabe.

Am Donnerstag führte er eine Gruppe aus Braunschweig durch Hannover und zeigte ihnen insbesondere den Landtag. Dabei ist mir wieder aufgefallen, dass in unserer Gesellschaft viele Vorurteile gegenüber Politikern verankert sind. Der Landtag ist aber nicht nur der Arbeitsplatz der Politiker, sondern vor allem ein Ort, an dem über unsere Interessen, über die Interessen der Bürger, diskutiert und entschieden wird. Dass dabei eine äußerst wichtige Arbeit geleistet wird, wird leider manchmal vergessen. Aber das macht gerade Demokratie aus!

Zu Besuch im Landtag: Klaus-Peter Bachmann MdL, der SPD-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Jüttner MdL, Praktikantin Rabea Lippert und Polizeihauptkommissar Horst-Joachim Rinke, Vorsitzender der GdP-Bezirksgruppe Braunschweig und Geschäftsführer des Polizeibezirkspersonalrats Braunschweig.

Der darauf folgende Tag führte uns nach Nienburg zur Jungen Gruppe der Gewerkschaft der Polizei, Klaus-Peter Bachmann nahm an einer Podiumsdiskussion teil, bei der erneut Sorgen und Wünsche insbesondere der jüngeren Mitglieder der Polizei diskutiert wurden und die jeweiligen Vertreter der Parteien ihre Standpunkte erläuterten. Eigentlich geht man häufig davon aus, und dabei schließe ich mich nicht aus, dass die Mitglieder der unterschiedlichen Parteien einander nicht mögen und nicht normal mit einander umgehen können. Aber das ist nicht wahr, was für ein Chaos würde herrschen, wenn wir mit allen Menschen, die eine anderer Auffassung haben, im Streit lägen?! In der Politik geht es nur darum, das Beste für die Menschen zu erreichen und es gibt unterschiedliche Ansichten über die Wege, die zu diesem Ziel folgen. Wenn es allerdings um Wahlkampf geht, wird dies verständlicherweise dann doch einmal vergessen.

Am Samstag war der Höhepunkt meines Praktikums, ich durfte mit auf den SPD-Bundesparteitag in Berlin. Toll. Es war eine äußerst spannende Erfahrung die ich machen durfte. Zu erleben, wie sich die ganz Großen der SPD treffen und gemeinsam über die Zukunft der Partei entscheiden, zu erleben, welche Spannung und Neugierde in der Luft liegt, wenn ein Frank-Walter Steinmeier an das Rednerpult tritt, um sein Programm vorzustellen, zu erleben, wie die Partei sich zurückerinnert an die Kanzleramtszeit von Willy Brandt, um daraus ein Resümee für die Zukunft zu schließen. Aber auch zu sehen, wie eine Ulla Schmidt reagiert, wenn man sie beinahe umrennt.

Das gesamte Praktikum hat mir so viele neue Erfahrungen gebracht, die ich nicht missen möchte. Politik ist etwas, das uns alle angeht, bei dem es nicht darum geht, dass sich irgendwelche Politiker glorifizieren, sondern bei der immer die Interessen der Menschen im Vordergrund stehen. Leider ist es uns aber auch häufig nicht bewusst, dass es nicht von eben auf jetzt zu den bestmöglichen Ergebnissen kommen kann. Aber Politik ist auch etwas zu dem wir alle beitragen können, in dem wir uns engagieren oder einfach nur weitergeben, was unsere Anliegen sind. Eine erstaunliche Erfahrung war, wie viele Bekannte ich getroffen habe, von denen ich nicht wusste, dass sie sich politisch engagieren und in welcher Form sie das tun. Jeder kann seinen Teil beitragen!

Mein Interesse daran, was um mich herum in der Politik geschieht, ist dadurch nur gestärkt worden und nach einem Besuch der Jusos kann ich eigentlich nur sagen, dass ich gerne meinen Teil dazu beitragen möchte, dass unsere Interessen umgesetzt werden. Wie genau das geschehen wird, mal schauen...

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