Christoph Weißermel begleitet Klaus-Peter Bachmann im Landtag

Chris. Weißermel

Seit Jahren beteiligt sich Klaus-Peter Bachmann an der Veranstaltungsreihe "Schüler begleiten Abgeordnete". Das Programm soll das politische Interesse junger Leute fördern. Lesen Sie hier den Bericht von Christoph Weißermel, der dem Braunschweiger Landtagsabgeordneten vor kurzem in Hannover "über die Schulter" schaute.

 

 

Von Christoph Weißermel

Fast eine Woche habe ich Klaus-Peter Bachmann begleitet. Bei Ausschuss- und Fraktionssitzungen, Vereinen, Parteiveranstaltungen. Als ich hörte, dass ein Braunschweiger Landtagsabgeordneter die Teilnahme am Projekt “Schüler begleiten Abgeordnete“ ermöglicht (man wird eine Woche zur Hospitation bei einem Abgeordneten des Landtags vom Unterricht befreit), habe ich nicht lange gezögert, mich um ein Praktikum in diesem Rahmen zu bemühen. Zwei E-Mails und ein Telefongespräch später, waren Teilnahme und Termin verabredet.

Da ich seit geraumer Zeit politisch interessiert bin, hat mich die Möglichkeit interessiert, einen Abgeordneten tatsächlich bei jedem Termin zu begleiten; nicht nur, um wie in den Medien die Ergebnisse der Politik, sondern vielmehr, um ihren Prozess zu beobachten. Politik wie ich sie sechs Tage begleiten durfte, wie sie von “meinem“ Abgeordneten gemacht wurde, ist auch und gerade die Kommunikation und Diskussion mit den Menschen außerhalb von Parlamentsgebäuden. Und sie ist auch die ernsthafte und unvoreingenommene Diskussion mit Vereinen und Verbänden, Geschäftsleitungen und Gewerkschaften.

Es waren vor allem diese Termine, die für mich von Interesse waren. Man bekommt einen einmaligen Einblick in das Funktionieren von Politik, ebenso, wie in Probleme und Fragen in Land und Region, wenn man mit Landtagsabgeordneten, Betriebsrat und Geschäftsführung von Unternehmen wie Volkswagen an einem Tisch sitzt. Dies gilt freilich ebenso für Gespräche mit dem Landesfeuerwehrverband oder der Gewerkschaft der Polizei, um nur einige zu nennen. Abgeordnete bekommen so Informationen und hören Positionen, die den Medien nur bedingt zu entnehmen und nicht schon zu parteipolitischer Rhetorik geworden sind. Eine gewisse Objektivität kann nur durch solche direkten und sachlichen Gespräche gewährleistet werden.

In dieser Hinsicht ist die Arbeit eines Landtagsabgeordneten sicherlich eine der vielseitigsten und abwechslungsreichsten. Dazu gehört nicht nur das Wahrnehmen von repräsentativen, (partei-)politischen und parlamentarischen Terminen. Das Tätigkeitsspektrum erstreckt sich weiter über die aktive Mitarbeit in Vereinen, und die Organisation von Veranstaltungen. Dazu kommen die Vorbereitung von Reden, die Beschaffung von Informationen und die Beantwortung und Bearbeitung von Anfragen und Korrespondenz. Der zeitliche Aufwand ist entsprechend. So bin ich mit Klaus-Peter Bachmann mitunter von 08 bis 23 Uhr unterwegs gewesen. Ein Tag dieses zeitlichen Pensums kann folgendermaßen aussehen: Er beginnt mit der Innenausschusssitzung im Landtag, an die sich ein Gespräch mit Geschäftsleitung und Betriebsrat von Volkswagen anschließt. Allein diese beiden Termine nehmen mit Fahrzeiten gut zehn Stunden ein. Abends ist ein Vortrag über die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr in Peine zu halten, was noch einmal vier Stunden - ohne Fahrzeiten - in Anspruch nimmt.

Ich habe mein Praktikum mit der Erwartungshaltung begonnen, die Vielseitigkeit der politischen Arbeit, ihre Vor- und Nachteile, Schwierigkeiten und Möglichkeiten kennenzulernen. Zum Ende kann ich sagen, dass mir die erhofften Einblicke ermöglicht und neue Ansichten eröffnet wurden, soweit dies innerhalb einer Woche möglich war.
Gefreut hat mich nicht nur das Erlebte, sondern auch die offene, freundliche und unkomplizierte Art, mit der Klaus-Peter Bachmann mir Fragen beantwortet, Standpunkte erläutert und ernsthaft mit mir diskutiert hat.

Was bleibt, ist, sofern dies schon jetzt festzustellen ist, ein erweitertes Verständnis für Politik. Das meint nicht nur das Verstehen ihres Prozesses, sondern auch das Wissen um ihre Grenzen.
In dem pragmatischen Bewusstsein aber, dass Politik nicht nur für alles Negative verantwortlich zu machen ist, sondern auch Möglichkeit und Wille besitzt, Missstände zu bekämpfen, ist mir ihre Wichtigkeit durch dieses Praktikum noch einmal bestätigt worden.

Wie der Begriff Politik aber tatsächlich ausgestaltet wird, ist abhängig von den Parteien und ihren Abgeordneten und damit vor allem und letztlich nur vom Wähler.

Diese Verantwortung hat jeder selbst zu tragen, auch bei der Landtagswahl 2008.

Chris. Weißermel

von links: Isolde Saalmann, MdL, Landtagsvizepräsident Ulrich Biel, MdL, Christoph Weißermel, Daniel Gottschalk und Klaus-Peter Bachmann, MdL.