Schirmherr beim Braunschweiger Sommerlochfestival

 

Klaus-Peter Bachmann
mit Tatjana Taft (rechts)

 

Klaus-Peter Bachmann nahm dieses Jahr als Schirmherr an der Parade zum Christopher-Street-Day (CSD) teil, zerschnitt das Band zum Start des Umzugs, hielt eine Ansprache zu Beginn und beteiligte sich an der anschließenden Podiumsdiskussion. Natürlich besuchte er auch den Infostand der SPD.

 
Dscn8235kl

Beim Zerschneiden des Bandes zu Beginn der Parade, Landtagsvizepräsident Klaus-Peter Bachmann (3. von rechts)

Sehr gern habe er die Schirmherrschaft übernommen, versicherte Bachmann bei seiner Ansprache zu Beginn der Kundgebung. Herzlich dankte er allen, die an der Ausrichtung der Veranstaltungen beteiligt waren. Das Hissen der Fahne vor dem Rathaus am Anfang des zweiwöchigen Programms sei ein „tolles Symbol“ gewesen, fand Bachmann und forderte auch andere Kommunen auf, sich an Veranstaltungen dieser Art zu beteiligen.
Die CSD-Parade lasse sich „von ein paar zersprengten Rechten“ nicht aufhalten, versicherte er in Anspielung auf eine kleine Verzögerung während des Umzugs. „Wir sind tolerant, …feiern gemeinsam“ für gleiche Rechte in allen Bereichen. Auf Landesebene habe er mitgearbeitet bei der Rechtsangleichung, berichtete Bachmann. Mit Blick auf das neue Bundesgesetz der Ehe für alle, dankte er Angela Merkel, dass sie für die Abgeordneten ihrer Fraktion die Abstimmung frei gegeben hatte. Im Bundestag stimmten letztlich 60 % der Abgeordneten für das Gesetz. In der Bevölkerung stünden 70 bis 75 % dahinter.
Darum habe er kein Verständnis für Abgeordnete, die nun das Bundesverfassungsgericht anrufen wollten, um das neue Gesetz wieder zu kippen. Die Mehrheiten seien doch eindeutig gewesen, befand Bachmann. Das Verhalten von bayrischen Politikern und katholischen Bischöfen sei unglaubwürdig und er kritisierte auch den Bundesinnenminister. „Wir brauchen keine juristische Überprüfung. Die Ehe für alle ist Gesetz und bleibt Gesetz... Die Bibel ist nicht das geltende Recht. Es wird in den Parlamenten beschlossen.“
Wenn es um gleiche Rechte für alle gehe, sei schon „viel erreicht und es ist noch viel zu tun, Skeptiker müssen noch überzeugt werden,... wir und die Bevölkerung stehen hinter dem Gesetz“, schloss Bachmann seine Ansprache. 

Dscn8272kl

Bachmann fuhr auf dem Wagen der Braunschweiger Aids-Hilfe mit

Dann begann das Festprogramm mit Musik. Später stand noch eine Diskussionsrunde mit Vertretern der Parteien, größtenteils Bundestagskandidaten, auf dem Programm. Bachmann vertrat die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Carola Reimann und überbrachte ihre Grüße. Das Gesetz der Ehe für alle sei längst überfällig gewesen. Auf Landesebene habe die SPD konsequent alle Rechtsvorschriften geändert und angepasst, um gleiche Rechte für alle Menschen einzuführen, egal wie ihre sexuelle Orientierung sei. Das neue Bundesgesetz gehe übrigens auf eine Vorlage der SPD-Fraktion zurück.

Auf die Frage, was man gegen Mobbing gegenüber sexuell anders orientierten Menschen tun könne, erklärte Bachmann, die Wiedereröffnung der Landeszentrale für politische Bildung und in diesem Zusammenhang Jugend- und Sozialarbeit seien eine gute Strategie gegen Diskriminierung. Die Maßnahmen der SPD für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung, die er aufgezählt habe, sollten eine Grundlage für die Entscheidung der Wählerinnen und Wähler bei ihrer Abstimmung sein.

Dscn8279kl

Beim Grußwort: Landtagsvizepräsident Klaus-Peter Bachmann mit der Moderatorin

Die Veranstaltungen fanden wieder vor den Schloss-Arkaden statt. Das Festival, dessen Veranstalter der Verein für sexuelle Emanzipation e.V. (VSE e.V.) ist, hatte dieses Jahr das Motto: „Du hast die Wahl!“.
Lesbische, homosexuelle, transsexuelle Menschen und Heteros demonstrierten gemeinsam gegen Diskriminierung und für gesellschaftliche Akzeptanz und Gleichstellung.
Das Sommerlochfestival Braunschweig begann 1996 als eintägiges Straßenfest am Rande der Innenstadt und ist heute das größte seiner Art zwischen Hamburg, Berlin und Köln, mit zweiwöchigem Rahmenprogramm aus politischen, informativen und kulturellen Veranstaltungen.
Die Christopher-Street-Day Feste gehen zurück auf den weltweit ersten bekannten Widerstand gegen Diskriminierung und polizeiliche Willkür gegenüber Homosexuellen und Transgender Ende Juni 1969 in New York. Damals waren Menschen mit anderer sexueller Orientierung in vielen Ländern Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt. In der Nacht vom 27. Juni 1969 kam es in der New Yorker Bar „Stonewall Inn“, einem Treffpunkt für Homosexuelle und Transgender in der Christopher Street, zum wiederholten Mal zu einer Polizeirazzia. Erstmals setzten sich dabei Homosexuelle und Transgender zur Wehr.

Dscn8241kl
Bildergalerie mit 5 Bildern
 
    Gleichstellung     Kommunalpolitik     Menschenrechte     Niedersachsen
 

 


Kommentar schreiben

Netiquette
 

Spamschutz

Senden
 

Netiquette

Schließen
 

Unsere Internetseite soll eine Plattform für ernsthafte Diskussionen sein, bei dem Toleranz, Offenheit und Fairness zu den Grundprinzipien gehören. Wir begrüßen sachliche und konstruktive Inhalte, die zu einer angeregten Diskussion beitragen und der Meinung anderer Kommentatoren tolerant und unvoreingenommen begegnen. Wird gegen diese Grundprinzipien verstoßen, kann dies zur Löschung von Kommentaren führen.

Um bei uns zu kommentieren muss die eigene E-Mail-Adresse angegeben werden. Selbstverständlich wird diese E-Mail-Adresse nicht veröffentlicht und auch nicht an Dritte weitergegeben. Die Angabe einer falschen E-Mail-Adresse ist ein Verstoß gegen unsere Nutzungsbedingungen. Wir machen daher Stichproben, die dann zur Löschung von Kommentaren führen können. Mit Absenden des Formulars werden unsere Nutzungsbedingungen anerkannt.